1945: Schick, Französisch zu sprechen?

Die Elsässer, die dem Hahnenschrei erlagen, stifteten in ihren deutschsprachigen Familien Zwietracht, indem sie sich weigerten, ihre Muttersprache weiterzugeben. Sie sprachen vor ihren Kindern Dialekt und schlossen sie so aus dem Familienkreis aus. Ihre Eltern und Kinder waren nicht in der Lage, miteinander zu kommunizieren.

Die Ausrottung des Dialekts zugunsten des Französischen war eine Abscheulichkeit. Die kleinen frankisierten Elsässer wurden von ihren Familien und der Gesellschaft geächtet. Ihre Wurzeln wurden abgeschnitten, sie waren Fremde in ihrer kleinen elsässischen Heimat, in der man deutsches Radio hörte. Überall auf den Straßen und in den Geschäften sprachen die Menschen den Dialekt.

Die Frankisierung von Kindern, die nach dem Krieg geboren wurden, kommt einer Misshandlung gleich. Das Leben inmitten von Erwachsenen, die untereinander nur in einer unbekannten Sprache kommunizieren, ist äußerst schwerwiegend. Dies behindert die intellektuelle Entwicklung der Kinder und degradiert sie zu Haustieren.
Die hierarchische Stellung der französischsprachigen Kinder lag zwischen der Katze, die man streichelte und mit der man auf Elsässisch sprach, und dem Goldfisch, zu dem man nichts sagte.

Laisser un commentaire